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"IRAK - und unsere Verantwortung"
von Natalie von Oppeln
geschr. am 29.9.02
 
Die Welt und jeder einzelne leiden ganz offensichtlich unter einer Krankheit
namens "Ich tu' so, als wäre ich nicht verantwortlich." Wir, jeder einzelne
von uns sind zu jeder Zeit für alles in und um uns verantwortlich - und das
ist ein GESCHENK, sagt Lazaris. Denn - wäre jemand anders als du für z. B.
die Situation im Irak verantwortlich - du müsstest warten, bis dieser jemand
etwas ändert. Es geht nicht darum, Verantwortung zu übernehmen - wir HABEN
sie ja sowieso. Dies ist so ziemlich der einzige Bereich, in dem der Mensch
keine Wahl- und Entscheidungsfreiheit hat.

Verantwortung wird aber überall abgelehnt - angefangen vom Privatleben, und
erst recht im Globalen. Wir schieben alles auf die Politiker - DIE sollen
gefälligst dafür sorgen, dass wir Jobs haben und es uns gut geht. Die
Politiker wiederum schieben es untereinander weiter, und am Ende war's
keiner. Natürlich nicht - denn du bist es ja selbst ...

Schön und gut, fragst du - aber was habe ich mit dem Krieg im Irak zu tun?
Ich war noch nie dort, und es interessiert mich auch nicht, und ich habe mit
meinem eigenen kleinen Leben schon alle Hände voll zu tun, da kann ich mich
doch nicht auch noch um die ganze Welt kümmern ...?! Nein, darum geht es
auch nicht. Du hast den Krieg, die Politiker, den Zustand der Welt nicht
verursacht in dem Sinne. Ich denke, die Verantwortung zu haben, bedeutet,
sich jeden Tag die Dinge wirklich anzuschauen, die man wahrnimmt, sich
wirklich Gedanken darüber zu machen, was man in den Nachrichten sieht und
hört ... und sich die Frage zu stellen: Was hat das mit MIR zu tun? Wo bin
ich verlogen? Wo halte ich Versprechen nicht? Wo begehe ich Terrorattacken?
Und wirklich ehrlich zu sein - sich nicht zu verurteilen und in Schuld zu
baden, sondern ehrlich zu sein und es im eigenen Leben verändern. Das Aussen
ist Spiegel des Innen - aber erwarte nicht, dass sich sofort die ganze Welt
ändert, wenn du etwas in dir änderst. Das Paradox ist: Alles da draussen
bist DU, aber nicht NUR Du. Obwohl alles Spiegel deiner selbst ist, haben
dennoch alle anderen Menschen auch ihren freien Willen und ihre Identität.
Aber je mehr du deine Verantwortung bewusst wahrnimmst, desto weniger heftig
werden die Lektionen, die uns die Realität erteilt.

Natürlich, angesichts des Zustandes der Welt bin ich oft mutlos, hoffnungs-
und fassungslos und fühle mich total bescheuert. Es scheint sich wirklich
nie was zu verändern ... aber da tröstet mich dann Lazaris wieder, der alles
so wundervoll erklärt und auch sagt, dass es der Welt um einiges schlechter
gehen würde, wenn es nicht die Handvoll erwachsener Menschen gäbe, die
meditieren und an sich arbeiten. Und es ist wirklich nur eine Handvoll - und
wenn diese Handvoll so viel bewirken kann, besteht doch kein Grund zur
Hoffnungslosigkeit ...

Wir dürfen uns nicht davon entmutigen lassen, dass wir die Ergebnisse
unserer Gebete und Meditationen nicht sofort oder gar nie sehen - wer weiss,
was sie bewirken und wo sie hingehen ... vielleicht geschieht am anderen
Ende der Welt etwas Wundervolles, dank dir ...
In diesem Sinne - bleibt guten Mutes!
 
Natalie

 

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