Ostersonntag, 11. April 2004
 
Liebe Besucher, liebe Freunde,

"Jesus ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden" - damit begrüssen sich Menschen am heutigen Tag - insbesondere in den osteuropäischen Ländern.

Dieser Tag heute ist ein Tag der Freude, aber auch ein Tag des Weinens. Ein Weinen aus Liebe vielleicht, ein Weinen aus Sehnsucht, eine Sehnsucht nach dem Zuhause in den Armen Gottes.

Hinter den Tränen das Lachen ... die Freude nach einer Auseinandersetzung, wenn man sich wieder versöhnt hat.

Jesus hat sich mit Gott auseinandergesetzt, nun ist er mit ihm versöhnt. Er schrie zum ihm: "Warum hast Du mich verlassen? Warum muss ich diese Hölle hier erleben?" und dann sagte er:

"Ich gebe meinen Geist in Deine Hände".

Der nächste Tag war ein Tag des Schweigens, der Samstag nach dem Karfreitag. Man legte den zerschundenen Körper in ein Grab. Man verschloss das Grab mit einer sehr schweren Steinplatte, damit ihn ja niemand stehle und gar noch sage, er sei auferstanden.

Dann, an diesem Ostermorgen, die Vögel sangen, die dunklen Wolken waren abgezogen, die Erde hatte sich beruhigt, es war so ein Glitzern in der Luft. Die Frauen gingen zum Grab, schon ganz früh am Morgen. Sie hielten es nicht mehr aus. Sie mussten ihm nahe sein.

Dann das Entsetzen: das Grab war offen und leer, die Steinplatte weggestossen.

Niemand war in der Nähe, ausser einem Gärtner, der lächelnd die Blumen versorgte.

Maria Magdalena fragt ihn: "Weisst DU denn, was hier passiert ist? Wohin hat man ihn gebracht?"

Der Gärtner schaute sie an ...

... und sagte: "Maria!"

Da erkannte sie ihn.

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Ostern ist ein Tag der Amnestie und der Vergebung. Gib heute jemanden frei, am besten dich selbst! Lass dich auferstehen von den Toten!

Die Toten sind die, die an der Vergangenheit, an dem Alten kleben, die man in Gräbern sucht, Gräber, die verschlossen sind, damit ja niemand auferstehe und heimgehe.

Roll den Stein weg! Dein Körper, dein zeitliches Ich, hat nicht die Kraft, aber deine Essenz, dein wahres Ich, der Funke Gottes in dir - das wahre Licht - ist so unendlich machtvoll!

Da wird jeder Stein weich-en.

Jener Stein wich gern - und in jener sternenklaren Frühlingsnacht begann er zu singen.

Ihm war so leicht ums Herz.

In diesem Sinne ... Euer Euch alle sehr liebhabende

     
 

 
     

 
  Bild oben © Natalie von Oppeln  
 
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