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Ich beginne sie hier zu schreiben ... und setze sie immer mal wieder fort
Ich wurde am 16. Mai 1945 in Münster am Kocher, in der Nähe von Schwäbisch Hall als erster von sieben Kindern geboren. Meine Eltern waren kurz vor meiner Geburt aus dem zerbombten Berlin geflohen, gerade rechtzeitig bevor dort der Russe einmarschierte. Mein Vater mußte gleich nach dieser Flucht wieder an die Front, so daß meine Mutter mich allein in einer ganz kleinen Einzimmerwohnung in Münster zur Welt brachte. Mein Vater kam 8 Tage nach meiner Geburt nach einer abenteuerlichen Wanderschaft durch die Tschechoslowakei und Österreich nach Hause. Die einzige , die meiner Mutter zur Seite gestanden war, war meine Grossmutter, Aenne Winter, zu der ich eine tiefe Beziehung hatteund immer noch habe. Sie war eine bedeutende Heilerin und Seherin ihrer Zeit. Nach mehreren Umzügen verbrachte ich den Großteil meiner Jugend in Heilbronn am Neckar. Ich besuchte dort das humanistische Gymnasium, wechselte dann in ein naturwissenschaftliches und bekam schließlich ein Stipendium für die ev. theol. Internate (Seminare) Maulbronn / Blaubeuren. In Blaubeuren machte ich Abitur und bemühte mich um eine Freistelle am Stift in Tübingen, um dort ev. Theologie zu studieren. Ich wurde aufgenommen und blieb 3 Semester am Stift. Die Art, wie in Tübingen Theologie gelehrt wurde, stürzte mich in tiefe Depressionen, so daß ich das Stift verließ und zur Bundeswehr ging. Nach 10 Monaten Wehrdienst versuchte ich es noch einmal mit dem Theologiestudium, das ich in München fortsetzte. Dort schrieb ich mich auch in die Germanistische und Philosophische Fakultät ein und studierte Theologie und Germanistik. 1972 nahm ich ein Kunststudium auf und studierte Bildende Kunst bis 1977 in Stuttgart. Dort beendete ich auch mein Germanistikstudium. Ich absolvierte das Erste Staatsexamen für Bildende Kunst und Germanistik im Jahr 1975. Meine Suche nach Gott war zu dieser Zeit in einem verzweifeltem Stadium. Ich fühlte mich von ihm und von mir selbst entfremdet und hatte große Sehnsucht, zu sterben. Körperlich und geistig war ich in einem Zustand von völligem Erfrohrensein und Sinnlosigkeit. Ich stürzte mich 1976 in eine Janov'sche Gruppentherapie in einem Therapiezentrum nahe München. Dort hatte ich wenigstens das Gefühl, etwas für mich zu tun und eine Erklärung zu finden für dieses große Unglücklichsein. Dennoch hat mich die Therapie nicht wirklich zu mir selbst gebracht. Im Mai 1977 hatte ich ein Erlebnis, das mein Leben völlig veränderte und in ein neues Licht stellte. Ich nahm Teil an einem Seminar - einer Seminarerfahrung - mit dem Namen "the experience". Diese Erfahrung, 4 1/2 Tage lang, war von einer amerikanischen Frau namens Rannette Daniels (später: Rannette Nicholas) nach München gebracht und dort mehrmals veranstaltet worden. Diese Seminarerfahrung war für mich wie eine zweite Geburt. Von da an wußte ich, daß ich ein spirituelles Wesen war - und daß Gott mich nach wie vor liebte und mit mir war. 1979 nahm ich meine Ausbildung zum Gymnasiallehrer wieder auf, und machte nach einer Referendarzeit in Freiburg und Offenburg die erforderlichen Staatsexamina in Bildender Kunst und Deutsch. Ich begann an einem Gymnasium in der Nähe von Aalen (Bd. Württemberg) zu unterrichten. Lehrer sein machte mir sehr viel Spass. Ich hatte grosse Freude daran, mit meinen Schülern Bücher zu lesen und darüber zu sprechen - insbesondere die von Hermann Hesse. Im Kunstunterricht machte ich mit ihnen alles: vom Töpfern bis zu Filmprojekten und war bald sehr beliebt - zumindest bei den Schülern. Ich hatte nie Disziplinschwierigkeiten. Bald war ich Vertrauenslehrer an der Schule und setzte mich viel für die Belange der Schüler und Eltern ein. Das brachte mir bald ziemliche Schwierigkeiten mit einigen Leherkollegen - aber der Direktor mochte mich. Er war sehr geschockt, als ich im Sommer 1982 um meine Entlassung bat. Ich wollte aus dem Lehrberuf aussteigen - nicht weil ich diesen Beruf nicht liebte, aber es zog mich weiter ... weiter in meiner persönlichen und spirituellen Entwicklung. Meine Schüler waren sehr traurig und ich sah manche Träne. Auch mir brach es fast das Herz ... Nun kamen acht sehr intensive Jahre, die ich meistenteils in den USA bei und mit Rannette und ihrer Familie verbrachte. Eine Gruppe von Menschen, die sich z. Teil aus der experience und der Münchner Zeit mit Rannette her kannten, wagten sich unter der Leitung von Rannette an sehr existentielle Fragen heran. Wir bekamen die unterschiedlichsten Aufgaben, um uns selbst, unsere Kraft, unsere Spiritualität, unsere Grenzen und wie wir sie überschreiten können, zu erfahren. Es war eine starke und magische Zeit mit so viel Erlebnissen, die ein ganzes Buch füllen könnte. In dieser Zeit reiste ich viel, zum Teil allein, zum Teil mit anderen und auch mit meiner späteren frau Elisabeth. Für ein paar Jahre waren wir dem Christentum stark verbunden, insbesondere mit dem charismatischen Christentum in den USA. Wir fuhren von Kirche zu Kirche, beteten mit den Pastoren und Gemeinden, lebten bei Familien, die uns einluden. Unser einziges Einkommen waren Spenden in Geld, oft auch in Essen oder Kleidung. Herausforderne Grenzerfahrungen von totalem Mangel und der Überfülle von Herzlichkeit, Liebe und Gastfreundschaft, in einem fast unerträglichen schnellen Wechsel brachte uns an den Rand der Planbarkeit von Realität und liess uns die die Abhängigkeit der Wirklichkeit von den eigenen Gedanken, Haltungen, Intentionen und Gefühlen täglich erfahren. War man gut drauf, fand man eine gastfreundliche Familie, war man schlecht drauf, schlief man im Auto und hatte keinen Cent in der Tasche. Das unmittelbare Feedback der Realität ohne Netz und doppelten Boden war ein guter, aber auch mitunter sehr harter Lehrmeister. Zu dieser Zeit hatte ich mich total von meiner Familie abgekoppelt - ich war wie verschollen, was sicher für sie sehr hart war, insbesondere für meine Mutter. Bewusst hatte ich den Kontakt für eine Zeit abgebrochen, sonst hätte ich kaum diese harte, kompromisslose und dadurch für mich so wertvolle Zeit durchgestanden. Zu schnell wäre ich wieder nach Hause gegangen ... man wähnte mich also verstrickt in eine Sekte ... Was ich wirklich wollte, und das wollte ich mir nicht nehmen lassen, war, mich selbst kennen zu lernen. Die Kraft meiner Intentionen, die Kraft meiner Gebete, die Kraft durchzuhalten und auch aus den unmöglichsten Situationen Gewinn zu ziehen - das wollte ich erleben. Das kommt mir heute sehr zugute. In solche Situationen kam ich oft. Die gefährlichste unter ihnen war eine Entführung von jungen Arabern, als ich unwissentlich auf einer Tramptour durch Israel die Grenze in den Gaza-Streifen übertrat. Sie fuhren mich zu einem geheimen Ort in Gaza-Stadt, wo mir ein ranghoher Offizier der palästinensischen Befreiungsbewegung ein stundenlangen Vortrag über ihre Belange hielt. .......
Demnächst schreibe ich hier weiter ...(19.1.2003) |
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